Als „Steinhauerdorf“ bezeichnet sich Niklashausen im westlichen Teil des Taubertals selbst. Bedingt durch die geringe landwirtschaftlich nutzbare Fläche suchten und fanden die Dorfbewohner ihr Einkommen im Abbau und der Bearbeitung des Buntsandsteins. Allgegenwärtig ist der rote Sandstein, dessen gebänderte Maserung von vielen Hauswänden ins Auge springt.

Bildnachweis: KIRADie Dorfkirche (erbaut ab 1519) lohnt den Besuch nicht nur als Zeugnis spätgotischer Baukunst im Taubertal: Fast jeder nach Maß bearbeitete Sandsteinquader trägt das Zeichen des Steinmetzen, der ihn vor 500 Jahren bearbeitet hat. 42 unterschiedliche Steinmetzzeichen wurden an der Kirche erfasst – sie zu entdecken macht Kindern ebenso Spaß wie Erwachsenen.

Im Dorfmuseum werden in einer „Steinhauerstube“ Werkzeuge und Steinmuster präsentiert,  dazu Beispiele der Bearbeitung wie ein steinernes Grabkreuz und ein Nadelkissen aus Sandstein.

Typisch für das gesamte Taubertal sind die terrassierten Hänge, die im westlichen Teil des Tales mit roten Sandsteinblöcken befestigt wurden. Diese Trockenmauern sind Merkmale der Landschaft, klug gesetzt als Wärmespeicher wie als Hangbefestigung. Bei Niklashausen wurden und werden diese Zeugnisse einer alten Weinbaulandschaft seit einigen Jahren frei gelegt, neu gesetzt und von Bewuchs frei gehalten. Wein wächst hier keiner mehr, doch ein kleiner Weinschaugarten neben der  Beghartenhöhle auf dem Mühlberg informiert über historische Rebsorten der Region.

Führungen durch die Kirche und das liebevoll eingerichtete Museum bietet Ortsvorsteherin Marlise Düx  (Tel. 09348-460) persönlich an. Auf Wunsch  begleitet sie Besucherinnen und Besucher auch durch die terrassierten Hänge zur Beghartenhöhle auf dem Mühlberg – ein fantasieanregender Ort besonders für kleine Wanderer und Radler. In ihr soll nach der Überlieferung ein Einsiedlermönch, ein Begharde, gehaust haben. Mag dessen Höhlenleben nicht sonderlich komfortabel gewesen sein, der Blick von seiner Höhle über Niklashausen bis zur Gamburg und weiter Richtung Wertheim dürfte ihn entschädigt haben.

Apropos Stein: Sind es die Trockenmauern im westlichen Taubertal, finden sich im Osten die Steinriegel – landschaftsprägend und kulturhistorisch bemerkenswert sind beide.