Schon einmal Birnen-Schaumwein probiert, einen Quitten-Schaumwein oder gar einen Walnuss-Schaumwein? EU-Biosiegel zertifiziert, von alten Streuobstwiesen oder aus einer sonnigen Steinriegellage? Gibt’s nur bei uns – inklusive Erkundung der Wiesen, auf denen die feinen Früchte wachsen, und Führung durch eine rätselhafte mittelalterliche Krypta.

Auf den Streuobstwiesen des Jagsttals reift das Obst, aus dem Hans-Jörg Wilhelm seine Bio-Schaumweine und auch Hochprozentiges  herstellt. Die Hausmarke des kreativen Herstellers aus Unterregenbach, ein Bio-Birnenschaumwein mit dem schönen Namen  Hohenloher Pyrus“, eignet sich perfekt als  ungewöhnlicher Apéritif für Gerichte mit dem hochwertigen  Boeuf de Hohenlohe oder dem Hällischen Landschwein. Das feine Gewächs wurde 2013 mit dem „Goldenen Apfel Pomme d`Or 2013“ ausgezeichnet.

Wer die edlen Tropfen probieren möchte, kann dies im Wilhelm’schen Hofladen tun. Aber man hat unter anderem auch bei den jährlichen Jagsttalwiesenwanderungen im Frühjahr Gelegenheit dazu – oder auf Messen und Veranstaltungen in der gesamten Region.  Dann heißt es „Wiesen riechen, Landschaft schmecken“ auf dem Kulturwanderweg zwischen Unterregenbach und Gommersdorf, wenn die Streuobstwiesen überschäumt sind von Blüten.

Ideal verbinden lässt sich ein Besuch bei dem engagierten Schaumweinerzeuger mit einer Besichtigung der historisch bemerkenswerten gedeckten Holzbrücke aus dem 19. Jahrhundert, die nach Unterregenbach hinein führt, und  einem Besuch der Krypta der Unterregenbacher Basilika aus ottonischer Zeit  im Keller des heutigen Pfarrhauses. Deren Entstehung ist nicht vollständig geklärt und der Besuch in dem kühlen Gewölbe ist ein echtes Erlebnis.

Unterregenbach hat Kirchengeschichte in Hohenlohe geschrieben: Hier sind die Grundmauern der ältesten Steinkirche Hohenlohes (aus karolingischer Zeit ca.750) zu sehen. Außerdem gibt es dort auch zwei sogenannte „Kreuzkanäle“ (ebenerdige Vertiefungen im Kirchenfußboden, die wahrscheinlich zur Aufbewahrung einer wichtigen Reliquie dienten) zu sehen – eine europäische Einmaligkeit, da in Unterregenbach die Kreuzkanäle auf der Mittelachse des Hauptschiffes angeordnet sind. Als Unterregenbach auf dem Höhepunkt seiner kirchlichen Entwicklung war, sind hier gar zwei 3-schiffige romanische Basiliken parallel  betrieben worden, was auf Wohlstand und Bedeutung des Standorts schließen lässt.

Hans-Jörg Wilhelm führt selbst sowohl über die Jagstwiesen als auch durch Krypta und Grabungsmuseum im alten Schulhaus und freut sich über Interesse an seiner hohenloher Heimat. Anmeldungen sind erforderlich!

Streuobstwiesen sind seit jeher ein fester Bestandteil der hohenlohischen Kulturlandschaft und liefern bereits seit Jahrhunderten die Grundlage für Frucht- und Most-Getränke, beispielsweise für  hohenloher Bio-Säfte. Auch heute noch beziehen unsere Produzenten im Taubertal, in Hohenlohe und im Heilbronner Land das Obst für ihre Bio-Produkte von den Streuobstwiesen der Region.

Tipp: Die Wiesen in Kreßberg liefern beispielsweise den Saft für genial-gute, sortenreine (!)  Bonbons und Fruchtgummis, die in einem kleinen hohenloher  Betrieb (mit Fabrikverkauf!) hergestellt werden. Auch auf dem Demeterbetrieb von Albert Retzbach wird Streuobst weiterverarbeitet.


Bildnachweis:
Dank an  Hans-Jörg Wilhelm  für das exquisite Bild dieses Beitrags, das die Schweizer Wasserbirne zeigt, eine Birnensorte, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts besonders auf den württembergischen Streuobstwiesen zu finden ist