Orangen, Zitronen, Palmen, Ananas und Feigen – sie alle sind in Heilbronn-Franken zwar nicht zuhause, doch geschätzte Gäste waren sie bereits im Barock.  Weil wir Gäste schätzen und lieben, erhielten sie eigene Häuser, nein Villen und Paläste, um im geschützten, belichteten  und teilweise wohlig beheizten  Ambiente die kalten Winter zu überdauern.  Heute lässt sich darin exklusiv tagen und feiern.

Beeindruckend ist die Fülle an Schlössern, Burgen, Klöstern und historischen Gärten in Heilbronn-Franken , die entlang der Romantischen Straße oder der Burgenstraße zum Besuch einladen.  In Anbindung an solche Anlagen finden sich noch einige wenige historische Orangerien, deren großzügige Fensterfronten die frühere Funktion erahnen lassen.

Bereits seit der Renaissance erfreute man sich in europäischen Herrschaftshäusern an repräsentativen Zier- und Baumgärten aus Zitruspflanzen, welche als Orangerien bezeichnet wurden. Für sie wurden architektonisch anspruchsvolle Gewächshäuser errichtet, in denen man die sensiblen Bäume dauerhaft anpflanzen oder zumindest überwintern lassen konnte. Hierdurch kam es zu einer Begriffsübertragung von den Baumgärten zu den Gewächshäusern, die seit dem 18. Jahrhundert ebenfalls Orangerie genannt werden.

Die Orangerien in Heilbronn-Franken entstanden alle zur Zeit des Barock: Für adelige Herrschaften und kunstsinnige Äbte gehörten sie zur Repräsentation, spiegelte deren exotisches Pflanzeninventar doch gleichermaßen Reichtum und aufgeklärten Geschmack. Abhängig davon, ob die Orangerien lediglich als Arbeitsraum und Winterquartier dienten oder auch zu Repräsentationszwecken genutzt wurden, unterscheidet sich deren architektonischer Stil teilweise erheblich. Mit den heutigen funktionalen Gewächshäusern haben die bauhistorischen Schmuckstücke ohnehin nichts gemein.

Waren es im Barock die empfindlichen Gewächse, die vom einflutenden Licht der beeindruckenden Fensterfronten profitierten, so sind es heute Konferenzen, Veranstaltungen, Ausstellungen oder Feiern. So war die Orangerie des Schlosses in Weikersheim zur Zeit ihrer Fertigstellung im Jahr 1723  ein anspruchsvolles Element der Schlossgartenarchitektur. Heute ist sie einer der schönsten Orte im Taubertal für stilvolles Feiern – mit Blick auf den Schlossgarten mit seinem vielfarbigen Blütenflor.

Für ein ganz anderes Nutzungskonzept steht die  Orangerie in Kirchberg an der Jagst (entstanden 1750). Hier finden die Ausstellungen des Projekts „Raum für Pflanzen“ statt. Die Orangerie des Klosters in Bronnbach (erbaut 1773 bis 1775 ) weist nicht nur eine beeindruckende Fassade mit dem größten Fresko nördlich der Alpen auf, sondern ist durch die Übernachtungsmöglichkeiten im nahe gelegenen Bursariat des Klosters  ein perfekter Ort zum konzentrierten Tagen.

Die Orangerie im Hofgarten in Öhringen mit ihrer schrägliegenden Verglasung entstand 1745 als Teil eines barocken Lusthauses. Sie wird 2016 in die Landesgartenschau eingebunden.  Die Orangerie auf Schloss Langenburg lässt von außen kaum ahnen, dass sie von innen mit dem Charme eines historischen Palmenhauses aufwartet.  Sie ist begehrter Ort für stilvolle Hochzeiten, nicht zuletzt durch die direkte Anbindung an den barocken Garten und einen atemberaubenden Blick in das Jagsttal. Wie alle anderen Orangerien auch,  liegt sie an einer gepflegten Parkanlage, die erahnen lässt, dass die Pflanzenhäuser in ein anspruchsvolles Parkkonzept eingebunden waren.

Heute sind unsere Orangerien keine architektonischen Überbleibsel der Vergangenheit, sondern ein wichtiger, lebendiger Teil der Veranstaltungskultur in Heilbronn-Franken – und kulturhistorisch einer der vielen „Geheimtipps“ in Heilbronn-Franken!


Unser Dank für das Bildmaterial geht an:

Titelbild – Orangerie Kirchberg an der Jangst – Vermietungsagentur Hohenlohe
Bild 2 – Weikersheim: Stadt Weikersheim
Bild 3 – Bronnbach: Kloster Bronnbach
Bild 4 – Öhringen: Stad Öhringen
Bild 5 – Langenburg: Schloss Langenburg