Bildnacheis: http://www.lleidatur.com/tourismus/was_machen_wir/tourismus_und_ornithologie.aspx

Kennen Sie ornithologischen Tourismus? Nein? Wir von KIRA bisher auch nicht. Aber es finden sich immer mehr „Nischen“, die touristisch besetzt werden und sich von der Nische zum Trend entwickeln (können). Beispiele sind der Gartentourismus, der spirituelle Tourismus / Pilgertourismus oder eben der ornithologische Tourismus, der Vogelkundler und Vogelinteressierte an die Ufer spanischer Seen oder in die französischen Alpen führt. Nischentourismus

  • ist auf eine eng eingegrenzte Zielgruppe ausgerichtet,
  • konzentriert sich auf ein klar umgrenztes „Produkt“ oder eine Dienstleistung, die oft hochwertig angeboten wird,
  • führt zu den Besonderheiten einer Region,
  • bietet authentische Erlebnisse,
  • kulturelle Traditionen und  Brauchtum spielen oft eine  große Rolle und
  • es sind meist mittelständisch und familiär geprägte Betriebe, die ihren Gästen „Nischen“ näher bringen, nicht die großen Reiseveranstalter.

Im Nischentourismus bleiben Gäste ihren Themen treu (sei es nun Vogelkunde, Gärten, Rosen oder Orgeln) und spüren diesen Themen in vielen Ländern und an den unterschiedlichsten Orten nach.

Lukrativer Nischentourismus

Warum also winken beim Kulturtourismus einige Touristiker/innen noch immer ab, vor allen in ländlichen Räumen? Sie argumentieren, er  bringe kaum Gäste im Vergleich zu scheinbar weit lukrativeren Tourismussparten wie dem Erholungstourismus oder dem Radtourismus. Mit rund 7% Marktanteil ist der Kulturtourismus sicher ein Nischenmarkt, doch ein lukrativer. Wir haben in diesem Blog schon mehrfach gezeigt, dass die  Nische von Gästen frequentiert wird, die bereit sind, mehr auszugeben als der durchschittliche Erholungs- oder Sporttourist. Das macht Nischengäste für kluge Anbieter interessant, und hier liegen wirtschaftliche Chancen für Regionen, die etwas Besonderes zu bieten haben.

Und: In ganz Europa tragen 1,8 Mio Unternehmen der Tourismuswirtschaft fünf Prozent zum EU-Bruttoinlandsprodukt und zur Beschäftigung bei.  Das heißt, 12 bis 14 Mio Europäer/innen haben eine Arbeitsstelle, die irgendwie mit dem Tourismus zusammen hängt. Bei diesen Zahlen darf man davon ausgehen, dass eine „Nische“ im Tourismus relativ sein dürfte…

Ornithologischer Tourismus

Und falls Sie nun Interesse am ornithologischen Tourismus bekommen haben und so schnell wie möglich zur Vogelbeobachtung aufbrechen möchten – hier unsere Linktipps:

Spanien: Terres de l’Ebre, Terres de Lleida

Schweiz: Val Müstair

Guatemala

Ein europäisches Netzwerk namens RETO mit Partnern aus Spanien, Frankreich, Deutschland und Schweden präsentiert ornithologisch spannende Regionen in Spanien und Frankreich gemeinsam.

Referenzen

Die in diesem Beitrag genannten Zahlen zum europäischen Tourismus sind folgender Publikation entnommen: „Magazin Unternehmen und Industrie“ der Europäischen Kommission, Ausgabe 13 / Juli 2013

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