Kirchenmadonnen, Hausmadonnen, Heiligenfiguren, Gnadenbilder, Feldkreuze und Bildstöcke finden sich bei uns überall, sie haben unserem Landstrich sogar den Namen „Madonnenländle“ beschert.  Völlig zurecht, denn gleich drei Madonnen von Weltrang sind bei uns zu „hautnah“ zu erleben, und was für welche!

Ein anrührendes Madonnenbildnis (siehe oben) enthält der spätgotische Riemenschneideraltar der Creglinger Herrgottskirche, entstanden in den Jahren zwischen 1490 und 1510. In der Mitte und für den ganzen Altar prägend, ist die zum Himmel auffahrende Maria zu sehen. Begleitet wird sie von den zwölf Aposteln. Im Altargesprenge darüber ist die Krönung Mariens dargestellt, Engel halten ihr die Krone.  2011 wurden umfangreiche Restaurierungen von Kirchegebäude  und Kunstwerken abgeschlossen, nun lohnt ein Besuch mehr denn je.

Die so genannte „Stuppacher Madonna“ ist unser Taubertaler „Nationalheiligtum“. Seit 1812 ist sie in einer eigens für sie erbauten Kapelle an der Stuppacher Pfarrkirche beheimatet und zählt zu den Hauptwerken ihres Schöpfers Matthias Grünewald (1475-1528).  Die Stuppacher Madonna , entstanden 1514 – 1516, war ein Glanzstück der Ausstellung „Himmlischer Glanz. Raffael, Dürer und Grünewald malen die Madonna“ der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister  im Semperbau am Dresdner Zwinger Ende 2011 – Anfang 2012. 2012 wurde sie vollständig restauriert, und ist inzwischen an ihren angestammten Platz zurück gekehrt.

 

 

Ein grandioser „Neuzugang“ in unserer Region ist die so genannte „Holbein-Madonna“ oder „Schutzmantelmadonna“ oder auch Darmstädter Madonna, welche seit 2011 in der Schwäbisch Haller Johanniterkirche eine neue Heimat gefunden hat. Vor  500 Jahren, nämlich 1526, schuf Hans Holbein der Jüngere (*1497 in Augsburg – 1543 London) in Basel sein Meisterwerk, eigentlich benannt  »Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen«. Lange im südhessischen Darmstadt beheimatet, gelangte es 2012  durch Kauf in die Kunstsammlung des Hohenloher  Unternehmers und Sammlers Reinhold Würth. Sie ist nun der Öffentlichkeit in der Johanniterkirche zugänglich. Sie wird mit der Sixtinischen Madonna von Raffael verglichen und zählt zu den berühmtesten und schönsten Altmeistergemälden der Welt und ihr Schöpfer Hans Holbein d. J.zu den herausragenden Künstlern des 16. Jahrhunderts.

Drei überragende Künstler, drei außergewöhnliche spätgotische Kunstwerke, geschaffen in einem Zeitraum von rund 40 Jahren zwischen 1490 und 1526 – nur bei uns zu sehen im Original!

(Bildnachweis: www.herrgottskirche.de, Sammlung Würth, Wikipedia)