Um die touristische Bedeutung von Kulturerbe-Stätten ging es heute auf der Fachtagung „Schlösser, Burgen, Klöster, Gärten – Touristische Bedeutung und Vermarktung“ von „Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg„. Ebenso angemessener wie atmosphärischer Tagungsort: Schloss Ludwigsburg. Teilnehmer/innen: Öffentliche und private Besitzer und Betreiber von Kulturerbe-Stätten, Touristiker/innen, Event-Veranstalter, Unternehmen der Kulturwirtschaft.

Nun sollte man meinen, dass Veranstaltungen, in denen es um die touristische Inwertsetzung von hochklassigen Kulturerbestätten geht, zum Standardprogramm des Veranstalters gehören, der immerhin für 59 Schlösser, Klöster, Gärten, Burgen und Ruinen des Landes Baden-Württemberg verantwortlich zeichnet. Mitnichten, stellte sich heraus. Tatsächlich war es die erste Veranstaltung zu diesem Thema, und darin lag dann auch die eigentliche Qualität:  dass es ein Thema war und eine Plattform geschaffen wurde, um Kulturerbe-Stätten und Touristiker zusammen zu bringen. Guter Anfang!

Beispiele und viele offene Fragen:  Es wurden Beispiele vorgestellt (u.a. die Marksburg, Schlösserland Sachsen, Burg Katzenstein, Schloss Langenburg, Erlebnispark Tripsdrill), in denen offen über Herausforderungen und Erfolge gesprochen wurde.  Ein „Modell“ , wie man alles gut und richtig machen könnte in der touristischen Inwertsetzung, gibt es nicht, aber viele  Bemühungen um einen guten Weg. Und immer wieder die Kernfragen: „Wie viel Tourismus verträgt unsere Burg / unser Schloss? Wie lassen sich touristische Bemühungen und konservatorische Anforderungen vereinbaren? Was sind die richtigen Instrumente der Kommunikation?“

Wiederholt die Forderung nach der Schaffung einer soliden Datenlage für den Kulturtourismus, vor allem nach der Erfassung seines ökonomischen Potenzials. Erst diese Daten würden zeigen, was für ein immenser Wirtschaftsfaktor der Kulturtourismus in Baden-Württemberg bereits ist. Wenn die Erfassung zudem klug angelegt würde, ließe sich daraus auch eine Strategie ableiten, wie sich Kulturerbe-Stätten erfolgreich wirtschaftlich aufstellen lassen.

Spannend zu beobachten aus KIRA-Sicht: Man sieht in der Außendarstellung genau, welche Einrichtungen erfolgreich auf Soziale Medien setzen, dort investieren und sich Nutzergemeinschaften = künftige Gästegruppen aufbauen.

Für das KIRA-Anliegen, nämlich durch professionell aufgestellte und ökonomisch ausgerichtete Partnerschaften Wertschöpfungsketten zu schaffen, fand sich noch kein überzeugendes Beispiel, wir suchen also weiter.

(Bildnachweis: Homepage des Veranstalters der Tagung:  http://www.schloesser-magazin.de/de/)