Kleine Städte in ländlichen Urlaubsregionen mit attraktivem Kulturangebot könnten in den nächsten Jahren die Profiteure des demographischen Wandels sein: Einige verzeichnen bereits kontinuierliches Wachstum.  Immobilienökonomen bestätigen einen neuen Trend, untermauert von Daten des Statistischen Bundesamts. Ländliche Regionen tun demnach gut daran, sich kulturtouristisch attraktiv aufzustellen, denn: Es prüft vorab, wer sich künftig bindet!

Bislang war es nur eine Beobachtung im eigenen Umfeld: Freunde und Verwandte ziehen nach der Pensionierung  in kleine ländliche Städte, in denen  sich gute Infrastruktur und ein spannendes Kulturangebot gleichermaßen finden.  Oft wurden diese Städte durch Urlaube ausführlich in Augenschein genommen und auf ihre lebensqualitative Tauglichkeit getestet. Jetzt titelt „DIE WELT“ :  „Auszug der Senioren – Menschen über 60 zieht es vor allem in Kleinstädte mit attraktivem Kulturangebot“.

Bislang gingen Stadtplaner und Regionalentwickler davon aus, dass allein die Metropolen in Deutschland noch wachsen werden, weil sie mit ihren Arbeitsplätzen junge Menschen und mit ihrem großen Angebot an medizinischen Versorgungseinrichtungen zugleich  ältere Bürgerinnen und Bürger anziehen. Kleinen Städten vor allem im ländlichen Raum wurden schrumpfende Einwohnerzahlen prognostiziert. Mitnichten!

Neue Statisiken zeigen, dass attraktive Standorte wie Weimar, Büsum und Friedrichskoog, Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen oder das Berchdesgadener Land – allesamt auch attraktive Urlaubsregionen! – bereits steigende Einwohnerzahlen der Altergruppe der 50- bis 70-Jährigen verzeichnen. Auffallend ist, dass diese Standorte neben einer guten Grundversorgung vor allem in kultureller Hinsicht spannende Angebote machen. Dies spricht die  „silver ager“ besonders an,  denn Konzert- und Museumsbesuche, Lesungen, Besuche von Vorträgen oder die Erkundung historischer Kulturlandschaften zählen zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten dieser Altergruppe.

Sie wiederum ziehen Arbeitsplatze nach sich, denn wo Renterinnen und Rentner hinziehen, wird Geld ausgegeben, werden Dienstleistungen in Anspruch genommen, entstehen neue Dienstleistungen und damit Arbeitsplätze – auch und gerade in der Kultur. „Deutschland wird das nachhaltig verändern“, resumiert die WELT.

(Unser Titelbild zeigt mit gutem Grund ein Motiv aus Schwäbisch  Hall: Die hohenlohische Kultur-Metropole entwickelte sich in den Einwohnerzahlen in den letzten 10 Jahren kontinierlich nach oben. Bildnachweis: Stadt Schwäbisch Hall / Foto: Eva Maria Kraiss)