Die Initiative KIRA (Kulturtouristische Initiative regionaler Angebote) entwickelt für die Region Heilbronn-Franken ein kulturtouristisches, ökonomisch ausgerichtetes  Netzwerk. Es soll Produkte und Dienstleistungen mittels Internet unter Einbindung sozialer Netzwerke an Gästegruppen und Einheimische kommunizieren. Start war am 31.1.2012  in Bad Mergentheim.

Zum ersten Netzwerktreffen fanden sich im Bad Mergentheimer Deutschordensmuseum (einem der Netzwerkpartner) rund 30 Vertreter/innen aus Kultur, Tourismus, Verwaltung und Wirtschaft aus dem Taubertal, Heilbronn, dem Heilbronner Land und Hohenlohe zusammen, um sich über das Vorhaben zu informieren. Allein über Mundpropaganda hatten sich über 60 Personen und Einrichtungen gemeldet, die mitmachen wollen.

KIRA wurde 2010 mit dem Ziel einer effizienten Vernetzung von Kultur, Tourismus, Verwaltung, Wirtschaft und tourismusaffinen Einrichtungen im Taubertal gegründet[1]. Durch eine vernetzte Zusammenarbeit sollen Wettbewerbsstrukturen aufgebrochen und kooperative, auf gegenseitige Beförderung ausgerichtete Arbeitsformen etabliert werden („vom Mitbewerber zum Partner“). Die Arbeitsbasis bildet dabei das hochklassige Kulturangebot der Region Heilbronn-Franken, das in qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen entwickelt werden soll.

Diese Produkte und Dienstleistungen werden in Zusammenarbeit mit bestehenden touristischen Einrichtungen (Hotellerie, Gastronomie, Dienstleister) über zeitgemäße Kommunikationsstrukturen der Sozialen Netzwerke an potenzielle Gästegruppen kommuniziert. Einheimische werden dabei ausdrücklich im Sinne von „Botschafterinnen und Botschaftern für die Region“ einbezogen.

Damit will Kulturtourismus und Soziale Netzwerke (Web 2.0) exemplarisch für den ländlichen Raum erschließen und für den Norden Baden-Württembergs wettbewerbsfähig und nachhaltig aufstellen.

 

Kulturtourismus: Wachstumsmarkt für Heilbronn-Franken

Zwar gilt der Kulturtourismus mit rund 7% Anteil am touristischen „Kuchen“ als Nischenmarkt, doch ist er einer der wenigen Wachstumsmärkte im Tourismus überhaupt und aufgrund seiner Zielgruppen überaus attraktiv. Kulturtourist/innen gehören zur Generation 50+, sie sind  anspruchsvoll, legen Wert auf Individualität, haben einen höheren Bildungsgrad, verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und sind aufgeschlossen gegenüber den  „schönen Dingen des Lebens“. Dieser Zielgruppe hat die gesamte Region überdurchschnittlich viel in hoher Qualität zu bieten.

Doch ebenso hat KIRA beispielsweise Familien mit  Kindern im Blick. Wer mit Kindern im Urlaub unterwegs ist, braucht Angebote bei Schlechtwetter, oder an einem Ruhetag auf der Radeltour.

KIRA versteht sich als Unterstützung der erfolgreich agierenden Tourismuseinrichtungen der Region.  Durch Vernetzung lassen sich zusätzliche Effekte erzielen, die möglichst vielen zugute kommen sollen: Kultureinrichtungen ebenso wie der Gastronomie, Beherbergungsbetrieben und den vielen kleinen Dienstleistern und  Genuss-Anbietern.“

 

Elektronische Plattform für das Netzwerk

 Einen  ersten Vorgeschmack gibt  www.kiratour.de , die elektronische Plattform des Netzwerks, welche bereits in einer Pilotversion im Netz ist.  Darauf geht es nicht um Vollständigkeit im Sinne einer Datensammlung über Kultureinrichtungen, Restaurants oder Übernachtungsmöglichkeiten, sondern um attraktive  selektive Angebote, die in einen vernetzten Kontext gestellt werden, um dem kulturell interessierten Gast neben der reinen Information einen Mehrwert zu bieten. Die Plattform soll mit ihren Inhalten und durch ihre Nutzer/innen wachsen; sie ist offen für alle, die sich aktiv einbinden wollen.

 

Beispiel:  Wie funktioniert die elektronische Vernetzung?

Zu jedem einzelnen Beitrag auf der Plattform ist die Eingabe von Kommentaren –vergleichbar mit Facebook – möglich, um so Gäste und auch Einheimische zu Wort kommen zu lassen. Damit entsteht eine Art „Bibliothek“ von Gästen für Gäste, von Einheimischen für Gäste usw. Die Vernetzung mit Facebook und Twitter ist selbstverständlicher Bestandteil der Plattform, Buchungsfunktionen für elektronische Veranstaltungstickets sind ebenso vorgesehen wie ein Blog für spezielle Themen und RSS-Feeds. Der nächste Ausbauschritt wird bereits Kulturangebote mit weiteren Angeboten zu Übernachtung, Kulinarik und Einkaufsmöglichkeiten zusammen führen.

 

Netzwerk als Beispiel für ganz Baden-Württemberg

Träger des Netzwerks ist Kultur und Arbeit e.V., eine europaweit tätige Einrichtung der Kulturwirtschaft mit Arbeitsschwerpunkt „Kulturtourismus im ländlichen Raum“, mit Sitz in Bad Mergentheim und Berlin.  Unterstützt wird der Projektträger vom Darmstädter Unternehmen  dieKulturwirtschaft GmbH, einem Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft mit weitreichenden Erfahrungen im elektronischen Ticketing im Kulturbereich.

Bis Ende 2013 wird für das Netzwerk eine nachhaltige Trägerschaft im Sinne eines „Geschäftsmodells“ entwickelt. Daran ist auch das Land Baden-Württemberg interessiert, das den Aufbau von Netzwerk und Plattform finanziell fördert und die Ergebnisse auch anderen baden-württembergischen Regionen in einem Leitfaden zur Verfügung stellen wird.

Netzwerkpartner gesucht!

Kultur und Arbeit ist an weiteren Netzwerkpartnern interessiert und lädt Einrichtungen und Personen aus Kultur, Tourismus und Wirtschaft zur Kontaktaufnahme und zur Nutzung der Plattform ein.

Allen Interessierten wird die Teilnahme an der Entwicklung von gemeinsamen Angeboten eröffnet.

Kontakt: kira@kultur-und-arbeit.de , Tel. 07931-56 36 374.

Ansprechpartnerin: Dr. Karin Drda-Kühn

 



[1] Gründungsmitglieder: Grafschaftsmuseum Wertheim, Deutschordensmuseum Bad Mergentheim, Internationales Zentrum für Kulturgüterschutz und Konservierungsforschung IZKK, Bronnbach, Glasmuseum Wertheim e.V., Arbeitskreis AK Museen und Schlösser in Hohenlohe, Fremdenverkehrsgesellschaft Romantisches Wertheim, Tourismusgemeinschaft Liebliches Taubertal, Wirtschaftsförderung Main-Tauber GmbH

 

(Bildnachweis: Anna Morgan)