Bundesweit Furore macht ein ganz besonderes Kulturgut aus dem Hohelohischen:  das Schwäbisch-Hällische Landschwein. Die zartrosa Bauchbinde zwischen der grauschwarzen Einfärbung vorn und hinten verdanken die quiekenden Glücksbringer der chinesischen Verwandtschaft. Den Weg nach Württemberg ebnete 1820 König Wilhelm I. Ziel: Landwirtschaftshilfe. Erfolg: Immens.

Die leckere Fleischqualität überzeugt bis heute. Die 1986 in Schwäbisch Hall gegründete Züchtervereinigung räumte bei der Grünen Woche in Berlin etliche Bundessiege ab. Kein Wunder: Bei artgerechter Strohstreu-Haltung und regionalen Futtergetreide ohne Gentechnik und Wachstumsförderer freut sich das Schwein des Lebens, bevor es auf dem Teller landet.

Die in der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall organisierten Bauern – über 1000 Betriebe setzen auf schwarz-rosa – lassen sich nicht nur beim Bauernmarkt Schwäbisch Hall gern in die Karten schauen. Stallvisite? Kein Problem, Voranmeldung erwünscht. Ohne die geht’s für Frühaufsteher auch beim Ferkelmarkt in Niederstetten: Dort ist der Montag allerdings meist ganz schlicht rosa, aber nicht minder quietschlebendig.

Begehrt bei Sterneköchen in Paris ist seit Ende des 18. Jahrhunderts das „boeuf de Hohenlohe“: Die Renaissance verdankt das Hohenloher  Mastvieh nicht nur dem so besonders zarten Fleisch. Die Mastrinder sind auf Klee- und Kräuterwiesen ganz nebenbei auch Landschaftspfleger. Zu den glücklichen Schweinen und Rindern gesellen sich die ebenso muntere Hohenloher Landgans und das naturnah aufgezogene Lamm aus Hohenlohe-Franken.

Reinschmecken kann man beim Regionalmarkt Hohenlohe  in Wolpertshausen, beim Frühstück auf dem Bauernhof, bei Slow Food-Gastronomen und vielen Genießerangeboten. Nähere Bekanntschaft mit Land und Leuten, Borsten- und Federvieh schließt man bei Kniekiechle (ausgezogene Krapfen) und Tauberschwarz. Das müde Haupt sucht landestypisch Ruhe?  Geheimtipp: Übernachtung im Heu, im Schäferkarren oder auf dem Bauernhof. Den Urlaub dort hat übrigens der Arbeitskreis Ferien auf dem Lande 1969 als erster Arbeitskreis dieser Art überhaupt weiträumig bekannt gemacht.

(Bildnachweis „Ferkelmarkt Niederstetten“: Inge Braune)