Junge Unternehmen, besonders solche der Digitalwirtschaft, sind Motoren wirtschaftlicher Entwicklung. Im ländlichen Kulturtourismus können sie zu Arbeits- und Lebensqualität beitragen. Wie? Wir haben einige gute Beispiele gefunden.

Warum ist der ländliche Raum für digitale Jungunternehmer/innen attraktiv?

  • Sie finden dort Themen, die soziale und digitale Innovation verknüpfen, z. B. in der Entwicklung von abgestimmten Mobilitätskonzepten, die gerade für den Kulturtourismus wichtig sind.
  • Sie profitieren von günstigen Mieten und von der Möglichkeit, selbst kreative Orte zu schaffen – zum Beispiel als Orte für neue kooperative Arbeitsformen.
  • Sie haben Zugang zu Kapital, das nur dem ländlichen Raum zur Verfügung steht.
  • Sie profitieren von stabilem Personal, das aufgrund von Familienbewusstsein und regionaler Verbundenheit seltener wechselt.

Warum sind digitale Jungunternehmen im ländlichen Raum für den Tourismus und die Regionalentwicklung besonders attraktiv?

  • Sie bringen up-to-date digitale Kenntnisse, Medienkenntnisse und Innovation in ländliche Regionen, alles Voraussetzungen für ein attraktives und wachstumsorientiertes Arbeits- und Lebensumfeld.
  • Sie fungieren oft als Katalysator / Inkubator für weitere Unternehmensgründungen und schaffen so ein innovatives Ökosystem.
  • Sie nutzen Möglichkeiten zu sozialem Unternehmertum und sind damit ein Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität in ländlichen Räumen.

Demnach sind Touristiker, Wirtschaftsförderer und Regionalentwickler gut beraten, den Kulturtourismus zu fördern – strategisch ebenso wie durch die Bereitstellung von Unterstützungsinstrumenten. Kulturtourismus gehört zum integrativen Bestandteil der ländlichen Entwicklung und sollte sich nicht in isolierten Einzelaktionen erschöpfen. Kulturtouristisch aufgestellte Jungunternehmen brauchen Teilhabe an unternehmerischen und ökonomischen Unterstützungsinstrumenten, zum Beispiel durch

  • Einbindung in Gründerzentren,
  • Unterstützung bei der Geschäftsmodellentwicklung,
  • Ansiedelungsunterstützung,
  • Voucher, Runde Tische/Netzwerke,
  • Öffnung von Förderinstrumenten und Zugang zu Kapital,
  • Beförderung eines „Ökosystems“ aus Kultur/Tourismus/Wirtschaft.

Wir zeigen Euch hier drei Beispiele, wie Kulturtourismus durch strategische Ausrichtung und digitale Jungunternehmer/innen befördert werden kann:

Die Touristikgemeinschaft Heilbronner Land bietet seit 2016 einForum Kulturtourismus“. Dies ist eine Qualifizierungsinitiative, die an kulturtouristisches Unternehmer/innentum heran führt. Damit führt die Touristikgemeinschaft das fort, was seit 2013  durch das KIRATOUR-Projekt im schönen Norden von Baden-Württemberg in Hohenlohe, dem Taubertal und dem Heilbronner Land  aufgebaut wurde. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsreihe, die in Modulen bis zur Erstellung eines Businessplans führt. Die Module basieren auf einem Training, das vom europäischen EUROPETOUR-Konsortium entwickelt wurde.

Creative Iceland  ist eine digitale Plattform für kreativtouristische Angebote in Island. Kreative/Kulturleute, die Gästen etwas anbieten wollen, erhalten über Creative Iceland Unterstützung in der Konzeption, Preisgestaltung und im Marketing eines Angebots. Es geht dabei nicht nur um das Einstellen der Angebote auf einer Plattform, sondern um die kulturtouristische Professionalisierung der Anbieter/innen.

Das mazedonische start-up Webgliders entwickelte die digitale Plattform WHENIN u.a. für kulturtouristische Angebote. Auf YouTube könnt Ihr nachvollziehen, wie es funktioniert. Über einen “elektronischen Marktplatz” können Kulturangebote gebucht werden. Besucher/innen können dadurch vor allem den ländlichen Raum kulturell entdecken. In allen Angeboten fungieren Einheimische als Gastgeber/innen.

Es gibt sie also, die guten Beispiele, am besten: Inspirieren lassen!